Zum Inhalt springen
Amazon-Updates

Amazon-Barcode-Regeln 2026: Das Ende des Commingling bei FBA

Seit 31. März 2026 müssen FBA-Reseller, auch autorisierte, jede Einheit mit einem Amazon-Barcode versehen. Wer ausgenommen ist und was zu tun ist.

Ekaterina Rubtcova
7 Min. Lesezeit Aktualisiert
FBA-Versandkarton mit Barcode-Stickern auf einzelnen Produkten in Lagerumgebung
Auf dieser Seite

Amazon hat das Commingling für FBA-Ware beendet, die ab dem 31. März 2026 versendet wird. Seitdem dürfen nur Markeninhaber mit der Rolle „Brand Representative” (Markenvertreter) in der Amazon Brand Registry Produkte allein mit dem Hersteller-Barcode an FBA schicken. Alle anderen — Arbitrage, Wholesale und auch autorisierte Wiederverkäufer — müssen jede Einheit mit einem Amazon-Barcode (FNSKU) etikettieren.

Amazon hat die Ankündigung sowohl im US- als auch im europäischen Seller-Forum veröffentlicht, sie betrifft also auch deine FBA-Sendungen für Amazon.de. Einzelne Punkte unten gelten dagegen nur für die USA, vor allem das Ende von Amazons Etikettierservice. Das steht jeweils dabei.

NEW Amazon FBA 2026 Update: Barcode Rules Explained

Kernerkenntnisse

  • Gilt für Ware, die ab dem 31. März 2026 versendet wird, angekündigt für Verkäufer in den USA und in Europa.
  • Ohne Aufkleber (nur Hersteller-Barcode) dürfen nur Markeninhaber mit der Rolle Brand Representative versenden, und nur für Produkte mit einer gültigen UPC, EAN oder ISBN, die ihrer Marke zugeordnet sind.
  • Reseller brauchen Amazon-Barcodes, auch wenn der Markeninhaber sie zum Verkauf autorisiert hat.
  • Einheiten ohne das vorgeschriebene Etikett gelten als fehlerhaft und sind nicht erstattungsfähig.
  • In den USA hat Amazon den Vorbereitungs- und Etikettierservice zum 1. Januar 2026 eingestellt. Was Amazon für Sendungen nach Amazon.de anbietet, prüfst du in Seller Central.

Was sich geändert hat

FBA kannte schon immer zwei Arten, Bestand zu verfolgen:

  1. Hersteller-Barcode: die UPC, EAN oder ISBN, die bereits auf dem Produkt gedruckt ist. Mit Commingling konnte Amazon eine Bestellung mit einer identischen Einheit eines anderen Verkäufers aus dem nächstgelegenen Lager erfüllen.
  2. Amazon-Barcode (FNSKU): ein Etikett, das an dein Verkäuferkonto und dein Angebot gebunden ist und auf jede Einheit geklebt wird.

Ohne Commingling bekommen Kunden, die bei dir kaufen, nur noch Einheiten aus deinem eigenen Bestand. Dasselbe gilt für Retouren und Rücksendungen aus dem Lager. Damit die Bestände getrennt bleiben, gilt jetzt:

  • Markeninhaber mit der Rolle Brand Representative: dürfen weiter ohne Aufkleber mit dem Hersteller-Barcode arbeiten, wenn das Produkt neu ist, eine einzige scannbare UPC, EAN oder ISBN hat, die genau einer ASIN entspricht, und in der Brand Registry ihrer Marke zugeordnet ist.
  • Reseller, auch autorisierte: müssen auf jeder Einheit einen Amazon-Barcode anbringen, selbst wenn das Produkt einen Hersteller-Barcode trägt.
  • Produkte ohne Hersteller-Barcode oder mit GTIN-Befreiung: brauchen für alle einen Amazon-Barcode, auch für Markeninhaber.

Amazon begründet das mit Rückverfolgbarkeit: Markeninhaber beziehen ihre GTINs von GS1 und sind direkt für ihre Produkte verantwortlich, deshalb kann der Hersteller-Barcode ihren Bestand identifizieren. Bei allen anderen trennt erst die FNSKU die Einheiten eines Verkäufers von denen eines anderen.

Wen es betrifft

Markeninhaber

Bist du in der Brand Registry als Brand Representative eingetragen und sind deine Produkte deiner Marke zugeordnet, kannst du ohne Aufkleber versenden oder darauf umstellen. Prüfe in Seller Central bei den Markenbeziehungen (Brand Relationships), welche Rolle du für jede Marke hast. Eine Marke anzumelden verknüpft nicht automatisch jedes Produkt mit ihr.

Autorisierte Wiederverkäufer

Keine Ausnahme. Amazons FAQ zur Barcode-Wahl ist eindeutig: Ab dem 31. März 2026 müssen alle Reseller, auch autorisierte, Amazon-Barcodes verwenden. Eine Autorisierung durch die Marke ändert daran nichts.

Alle anderen

Retail Arbitrage, Online Arbitrage, Wholesale: Jede eingehende Einheit braucht ein FNSKU-Etikett. Bestand ohne Aufkleber, der vor dem 31. März schon im Logistikzentrum oder auf dem Weg dorthin war, darf unter seiner ursprünglichen SKU abverkauft werden. Neue Sendungen brauchen Amazon-Barcodes, und um ein Angebot auf Amazon-Barcode umzustellen, legst du eine neue SKU an. Bewertungen hängen an der ASIN, eine neue SKU setzt sie also nicht zurück.

Kommen Einheiten ohne das vorgeschriebene Etikett an, behandelt Amazon sie als fehlerhaft, versucht die Etikettierung zu korrigieren und vermerkt das im Dashboard zur Eingangsleistung (Inbound Performance). Falsch etikettierte Einheiten sind nicht erstattungsfähig.

Die Etikettierkosten

In den USA bietet Amazon für FBA-Sendungen, die ab dem 1. Januar 2026 erstellt werden, keine Vorbereitung und Artikel-Etikettierung mehr an. Diese Ankündigung betrifft ausdrücklich den US-Store. Ob Amazon für deine Sendungen nach Amazon.de noch etikettiert und zu welchem Preis, siehst du beim Erstellen der Sendung in Seller Central.

Für Reseller ist das Etikettieren in jedem Fall ein fester Kostenpunkt pro Einheit, egal ob du selbst klebst oder ein Prep-Center bezahlst. Rechne ihn in deine Margen ein, besonders bei knapp kalkulierten Arbitrage-Käufen.

Warum das Verkäufer Richtung eigene Marke schiebt

Meine Reaktion: Das ist einer der deutlichsten Hinweise, die Amazon je in Richtung Private Label gegeben hat. Drei Gründe, warum ich das so sehe.

1. Kein Buy-Box-Kampf auf dem eigenen Listing

Wenn dir die Marke gehört, bist du meist der einzige Verkäufer auf dem Listing. Niemand unterbietet dich mit einem identischen Angebot, und der Preis ist deine Entscheidung statt eines Wettlaufs nach unten. Das ist dieselbe Denkweise wie in dem 50-Cent-Fehler, nur auf das Listing statt auf die Lieferkette angewendet.

2. Ein Asset, das Wert aufbaut

Eine Marke mit eigenen Listings, Bewertungen und Kunden kann in einigen Jahren etwas wert sein. Ein Reseller-Konto, das ASINs anderer Marken verkauft, hängt von Lieferanten, Freigaben der Marken und Kategorie-Beschränkungen ab, die du nicht kontrollierst.

3. Zugang zum Marken-Toolkit

Die Brand Registry schaltet Werkzeuge frei, die Reseller nicht nutzen können: A+ Content, Markenstores, Sponsored Brands, virtuelle Bundles und Markenanalysen (Brand Analytics).

Die Schattenseiten von Private Label

Erst die Marke. Für die Brand Registry brauchst du eine eingetragene oder zumindest angemeldete Marke bei einem Markenamt eines Landes mit eigenem Amazon-Store, für Deutschland zum Beispiel beim DPMA. Die Eintragung dauert, deshalb lohnt es sich, früh anzumelden. Wenn du noch keine Marke hast, vermittelt Amazons IP Accelerator von Amazon geprüfte Rechtsberater.

Mehr Arbeit und Kapital vorab. Produktentwicklung, Fotos, Listing-Texte und Verpackung kosten Zeit, und Fabriken setzen meist Mindestbestellmengen. Deine erste Bestellung bindet also echtes Geld, bevor du eine Einheit verkauft hast. Als Reseller kannst du deutlich kleiner anfangen.

Wenn du wenig Kapital und keine FBA-Erfahrung hast, kann der Start mit Fremdmarken dir trotzdem zeigen, wie Seller Central, Sendungen, Retouren und Erstattungen funktionieren. Sieh diese Phase als Training und plane den Wechsel zur eigenen Marke früh.

Aktions-Checkliste

Als Markeninhaber

  1. Verkäuferrolle prüfen: Für jede Marke brauchst du die Rolle Brand Representative.
  2. Zuordnung prüfen: Jedes Produkt muss deiner Marke zugeordnet sein und eine gültige GTIN haben, die genau einer ASIN entspricht.
  3. Produkte mit GTIN-Befreiung brauchen weiterhin Amazon-Barcodes.
  4. Verpackung prüfen: Der Hersteller-Barcode muss scannbar und der einzige sichtbare Barcode sein.

Als Reseller

  1. Neue SKUs mit Amazon-Barcode anlegen für Produkte, die du bisher ohne Aufkleber geschickt hast, und für jede Einheit FNSKU-Etiketten drucken.
  2. Entscheiden, wer etikettiert: dein eigenes Team oder ein Prep-Center. Kalkuliere die Kosten pro Einheit.
  3. Margen der wichtigsten SKUs neu rechnen, mit Etikettierkosten. Manche knappen Arbitrage-Käufe lohnen sich nicht mehr.
  4. Private-Label-Plan erwägen. Wenn du diesen Weg gehst, starte mit den Methoden der Produktrecherche.

Als FBA-Neuling

  1. Eine kleine Testsendung schicken, um den FBA-Ablauf einmal komplett kennenzulernen, mit Etikettierkosten in der Rechnung.
  2. Die Markenanmeldung früh einreichen, wenn du eine eigene Marke willst.
  3. Kein ernsthaftes Kapital in Arbitrage stecken, solange du noch lernst.

Das Fazit

Amazon hat am 31. März 2026 die Linie zwischen Resellern und Markeninhabern neu gezogen und das Reseller-Modell mit Etikettierkosten pro Einheit belegt. Wenn Arbitrage oder Wholesale dein langfristiges Modell ist, gehört das Etikettieren jetzt zur Grundkalkulation.

Wenn du mehr willst als Arbitrage, ist das ein klares Signal, wohin Amazon Verkäufer lenkt: eigene Marke, eigene Listings, Brand-Registry-Werkzeuge. Für den kompletten Launch-Weg starte mit wie du dein erstes Amazon-Produkt launchst und den Tools, die ich nutze. Auch bei Listings hat Amazon dieses Jahr Regeln geändert, etwa beim Limit für Produkttitel.

Quellen

Abonniere meinen YouTube-Kanal

Auf YouTube zeige ich Live-Walkthroughs, Listing-Reviews und beantworte Verkäufer-Fragen. Videos auf Englisch mit deutschen Untertiteln.

Jetzt abonnieren
Ekaterina Rubtcova — Amazon-Verkäuferin, Gründerin der Marke Daniks und von Daniks.AI

Geschrieben von

Ekaterina Rubtcova

Amazon-Verkäuferin seit 2018 · Gründerin der Kochgeschirr-Marke Daniks · Gründerin von Daniks.AI

Mein Daniks-Kochgeschirr ist Top-1 in Deutschland und aktuell Top-20 in den USA. Um die PPC dafür zu steuern, habe ich Daniks.AI gebaut — heute im Einsatz bei hunderten Amazon-Marken. In diesem Blog zeige ich, wie ich wirklich arbeite. Keine Kurse, keine Upsells.

Beitrag teilen