Amazon FBA starten 2026: Schritt-für-Schritt-Anleitung
Ekaterina Rubtcova
Amazon-Verkäuferin seit 2018 · Gründerin der Kochgeschirr-Marke Daniks · Gründerin von Daniks.AI
Mein Daniks-Kochgeschirr ist Top-1 in Deutschland und aktuell Top-20 in den USA. Um die PPC dafür zu steuern, habe ich Daniks.AI gebaut — heute im Einsatz bei hunderten Amazon-Marken. In diesem Blog zeige ich, wie ich wirklich arbeite. Keine Kurse, keine Upsells.
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Jetzt abonnierenAmazon FBA starten heißt konkret: Verkäuferkonto anlegen, Gewerbe anmelden, Geschäftsmodell festlegen, erstes Produkt listen und die Ware an Amazons Lager schicken. Technisch schaffst du das in zwei Wochen — mit sauberer Vorbereitung plane sechs bis acht Wochen bis zum ersten Verkauf.
Ich habe 2018 genau so angefangen, auf Amazon.de, mit der Daniks-Kochgeschirr-Marke — heute Top-1 in der Kategorie in Deutschland. Vieles von dem, was mich damals Wochen und ein paar Tausend Euro gekostet hat, war schlicht fehlende Information: Welche Anmeldungen sind Pflicht? Wie viel Startkapital brauche ich wirklich? Welche Gebühren fressen die Marge?
Diese Anleitung ist der Leitfaden, den ich mir 2018 gewünscht hätte. Schritt für Schritt, mit echten Zahlen, ohne Guru-Versprechen.
Key Takeaways
- Amazon FBA starten dauert realistisch sechs bis acht Wochen von der Kontoeröffnung bis zum ersten Verkauf.
- Für Private Label brauchst du €2.000–€10.000 Startkapital — realistisch plane €4.000–€6.000; Arbitrage geht ab etwa €500.
- In Deutschland sind Gewerbeanmeldung, LUCID-Registrierung und Umsatzsteuer-Setup Pflicht, bevor das erste Paket rausgeht.
- Das Professionell-Konto (€39/Monat) ist für ernsthafte Verkäufer von Tag eins die richtige Wahl — ohne läuft kein PPC.
- Einen bezahlten Kurs brauchst du nicht. Alles Wesentliche steht kostenlos hier und auf meinem YouTube-Kanal.
Was ist Amazon FBA?
Die Abkürzung FBA steht für Fulfillment by Amazon. Das Prinzip: Du sendest deine Produkte an Amazons Logistikzentren. Sobald dein Inventar angekommen ist, lagert Amazon es, pickt und verpackt Bestellungen, versendet sie an Kunden und übernimmt Kundenservice und Retouren in deinem Namen. Im Gegenzug zahlst du Lager- und Versandgebühren — und bekommst Zugang zu Amazons Kundenstamm und Logistiknetzwerk.
Für die meisten Gründer ist FBA der schnellste Weg zu einem echten E-Commerce-Business, ohne Lagerfläche zu mieten, Packer einzustellen oder Versandtarife zu verhandeln. Deine Produkte werden Prime-fähig, was die Conversion Rate deutlich steigert: Prime-Mitglieder kaufen bevorzugt Produkte, die in ein bis zwei Tagen ankommen.
FBA vs. FBM: der Unterschied
Die Alternative zu FBA heißt FBM — Fulfillment by Merchant. Dabei listest du Produkte auf Amazon, übernimmst aber Lagerung, Verpackung und Versand selbst.
Wähle FBA, wenn du das Prime-Badge willst, die Logistik abgeben möchtest und leichte, schnell drehende Produkte verkaufst, bei denen die Lagergebühren überschaubar bleiben.
Wähle FBM, wenn deine Produkte übergroß oder sehr schwer sind, du bereits eigene Fulfillment-Infrastruktur hast oder langsam drehende Ware verkaufst, die in Amazons Lagern Langzeitgebühren ansammeln würde.
Viele erfahrene Verkäufer fahren einen Hybrid-Ansatz — einige SKUs über FBA, andere über FBM, je nach Marge und Absatzgeschwindigkeit. Die komplette Entscheidungshilfe mit Fünf-Punkte-Vergleich findest du im FBA vs FBM Vergleich.
Voraussetzungen: was du brauchst, bevor du startest
Das ist der Abschnitt, den fast jede übersetzte US-Anleitung unterschlägt — und der dich in Deutschland richtig Geld kosten kann, wenn du ihn überspringst.
- Gewerbeanmeldung. Verkaufen auf Amazon ist gewerblich, ohne Ausnahme. Die Anmeldung beim Gewerbeamt kostet je nach Kommune €20–€60 und dauert einen Termin. Erst danach kannst du das Verkäuferkonto sauber verifizieren.
- Steuerliche Erfassung und Umsatzsteuer. Nach der Gewerbeanmeldung meldet sich das Finanzamt mit dem Fragebogen zur steuerlichen Erfassung. Wichtig: Die Kleinunternehmerregelung (§19 UStG) verträgt sich schlecht mit FBA — sobald Amazon deine Ware in andere EU-Länder umlagert, entstehen dort steuerliche Pflichten. Kläre dein Setup früh, am besten mit Profi — wann sich das lohnt, steht im Amazon FBA Steuerberater Guide.
- LUCID-Registrierung (Verpackungsgesetz). Pflicht ab dem ersten verschickten Paket, auch bei FBA. Die Registrierung im Verpackungsregister LUCID ist kostenlos und dauert etwa 30 Minuten — die LUCID-Anleitung führt dich durch jedes Feld. Ohne LUCID-Nummer sperrt Amazon dein Listing.
- Produktsicherheit und CE. Seit der GPSR (Produktsicherheitsverordnung) braucht jedes Produkt eine verantwortliche Person in der EU, und CE-pflichtige Produkte die passende Kennzeichnung. Bei Importware bist du als Importeur in der Verantwortung — nicht dein Lieferant.
- EORI-Nummer. Wenn du außerhalb der EU einkaufst (typisch: China), brauchst du für die Zollabwicklung eine EORI-Nummer. Kostenlos beim Zoll, aber die Bearbeitung dauert einige Tage — beantrage sie parallel zur Gewerbeanmeldung.
Klingt nach Bürokratie? Ist es auch. Aber alles zusammen kostet unter €100 und zwei Nachmittage — deutlich billiger als eine Listing-Sperre im ersten Verkaufsmonat.
Startkapital: was kostet der Amazon-FBA-Start?
Für einen Private-Label-Start brauchst du €2.000–€10.000 — realistisch plane €4.000–€6.000. Mit Retail Arbitrage kommst du ab etwa €500 rein. Wer dir „FBA mit 0 € Startkapital” verkauft, verkauft dir ein Märchen.
So verteilt sich das Budget bei einem typischen Private-Label-Start:
| Posten | Kosten |
|---|---|
| Gewerbeanmeldung + Formalitäten | €20–€100 |
| Erstinventar (300–500 Einheiten) | €1.500–€4.000 |
| Versand + Zoll (China → Deutschland) | €400–€1.200 |
| EAN/GTIN über GS1 | ab ca. €250 im ersten Jahr |
| Produktfotos | €200–€600 |
| PPC-Startbudget (2–3 Monate) | €500–€1.500 |
| Tools (Recherche, Keywords) | €30–€100/Monat |
Der häufigste Anfängerfehler ist nicht zu wenig Kapital — es ist, das gesamte Kapital ins Inventar zu stecken und nichts für PPC und die zweite Bestellung übrig zu haben. Die komplette Rechnung mit allen Nebenkosten habe ich im Artikel Amazon FBA Kosten 2026 in Deutschland aufgeschlüsselt.
Schritt 1: Amazon-Verkäuferkonto erstellen
Gehe zu sellercentral.amazon.de und klicke auf „Registrieren”. Du wählst zwischen zwei Kontotypen:
- Einzelanbieter — keine monatliche Gebühr, aber €0,99 pro verkauftem Artikel. Geeignet zum Testen unter 40 Einheiten pro Monat.
- Professionell — €39,00 pro Monat ohne Pro-Artikel-Gebühr. Erforderlich für PPC-Anzeigen, die Buy Box und erweiterte Berichte. Die meisten ernsthaften Verkäufer starten hier.
Bei der Registrierung fragt Amazon nach deinem Firmennamen (oder persönlichem Namen bei Einzelunternehmen), einer gültigen Kreditkarte, Steuerinformationen, einer Telefonnummer zur Verifizierung und einem Bankkonto für die Auszahlungen.
Halte deine Dokumente bereit. Amazons Identitätsprüfung ist in den letzten Jahren strenger geworden: amtlicher Ausweis, aktueller Kontoauszug oder Nebenkostenabrechnung zur Adressbestätigung, teilweise ein Video-Call. Reagiere schnell auf Verifizierungsanfragen — jede Rückfrage kostet dich zwei bis fünf Tage.
Schritt 2: Die Gebührenstruktur verstehen
Amazon-FBA-Gebühren fallen in mehrere Kategorien, und sie frühzeitig zu verstehen verhindert Margen-Überraschungen.
Vermittlungsgebühren (Referral Fees) sind ein Prozentsatz des Verkaufspreises — unabhängig davon, ob du FBA oder FBM nutzt. Die meisten Kategorien liegen bei 15 %, einige wie Computer bei 8 %, andere bis zu 45 %.
Versandgebühren (Fulfillment Fees) decken Picking, Packing und Versand ab und richten sich nach Größe und Gewicht. Ein Standardartikel unter 500 g kostet auf Amazon.de etwa €3,00–€4,00 pro versendete Einheit.
Monatliche Lagergebühren werden pro Kubikmeter berechnet: rund €26 pro Kubikmeter von Januar bis September, ab Oktober bis Dezember €36 und mehr, wenn Lagerfläche knapp wird.
Langzeitlager-Zuschläge treffen Einheiten, die länger als 181 Tage im Fulfillment Center liegen — und steigen, je länger die Ware unverkauft bleibt. Deshalb zählt Absatzgeschwindigkeit: Langsame Dreher fressen still deine Gewinne.
Rechne jede Produktidee durch, bevor du bestellst: Amazons Umsatzrechner zeigt dir Vermittlungs- und Versandgebühren pro ASIN. Meine Faustregel: Wenn nach allen Gebühren keine 30 % Marge übrig bleiben, ist es das falsche Produkt.
Schritt 3: Geschäftsmodell wählen
Es gibt drei gängige Wege, Produkte für Amazon FBA zu beschaffen. Die richtige Wahl hängt von Budget, Risikobereitschaft und deinen Zielen ab.
Private Label ist das Modell der meisten Vollzeit-Verkäufer — und meins bei Daniks. Du findest ein generisches Produkt, verbesserst es, brandest es und baust ein eigenes Listing auf. Volle Kontrolle über Preis und Marke, aber auch das höchste Startkapital und Risiko.
Wholesale bedeutet, Markenprodukte mit Rabatt in Menge einzukaufen und auf bestehenden Listings weiterzuverkaufen. Dünnere Margen, dafür bewiesene Nachfrage und kein Listing-Aufbau.
Retail Arbitrage und Online Arbitrage heißt: reduzierte Ware im Handel kaufen, auf Amazon mit Aufschlag verkaufen. Skaliert schlecht, aber du lernst das komplette System mit minimalem Einsatz kennen.
Mein ehrlicher Rat für 2026: Wenn du unter €3.000 Startkapital hast, starte mit Arbitrage oder Wholesale und lerne die Mechanik, bevor du Private-Label-Geld riskierst. Warum diese Zwei-Phasen-Reihenfolge so gut funktioniert, erkläre ich in der besten Amazon FBA Strategie für Anfänger.
Schritt 4: Dein erstes Listing erstellen
Sobald dein Konto aktiv ist und Inventar bereitsteht, erstellst du dein Produktlisting. Bei Private Label baust du ein neues Listing von Grund auf; bei Wholesale oder Arbitrage hängst du dein Angebot an eine bestehende ASIN.
Für neue Listings investiere Zeit in diese Elemente:
- Titel — Hauptkeyword natürlich integriert, die wichtigste Aussage nach vorn. Plane direkt für die neue 75-Zeichen-Grenze, die ab dem 27. Juli 2026 marktplatzübergreifend gilt.
- Bullet Points — fünf Zeilen, Benefit zuerst, Feature als Beleg, konkrete Zahlen.
- Beschreibung oder A+ Content — mit Brand Registry nutzt du A+ Content für Bilder und formatierten Text.
- Bilder — Hauptbild auf weißem Hintergrund, dazu Lifestyle, Maße, Details. Sieben bis neun Bilder sind das Ziel.
- Backend-Keywords — das Suchbegriffe-Feld (250 Bytes) für alles, was in Titel und Bullets keinen Platz fand.
Was auf Amazon.de dabei anders läuft als auf Amazon.com — deutsche Title-Formeln, Bullet-Längen, Backend-Keywords mit Umlauten, A+-Module — habe ich im Guide zur Listing-Optimierung für Amazon.de im Detail beschrieben, inklusive der neuen Title-Regeln für 2026.
Schritt 5: Inventar an Amazon senden
Erstelle in Seller Central einen Versandplan: Produkte und Mengen auswählen, Amazon weist dein Inventar einem oder mehreren Fulfillment Centern zu. Befolge die Etikettierungs- und Verpackungsrichtlinien genau — falsch etikettierte Sendungen bedeuten Verzögerungen oder Zusatzgebühren.
Versenden kannst du über Amazons Partner-Carrier-Programm mit vergünstigten Tarifen oder über deinen eigenen Spediteur. Für die erste Sendung ist der Partner-Carrier meist der einfachste und günstigste Weg. Importierst du aus China, denk an die EORI-Nummer und plane sechs bis acht Wochen Vorlauf für Produktion plus Seefracht.
Brauchst du einen Amazon-FBA-Kurs?
Kurze Antwort: nein. Es gibt keinen €997-Kurs mit Informationen, die nicht kostenlos verfügbar wären — in Anleitungen wie dieser, auf YouTube und in Amazons eigener Seller University.
Ich verkaufe selbst keinen Kurs und werde das auch nicht tun. Was tatsächlich über Erfolg entscheidet, ist kein Geheimwissen: saubere Unit Economics vor der Bestellung, ein Produkt mit echtem Differenzierungsmerkmal und die Disziplin, PPC-Daten wöchentlich auszuwerten. Das lernst du durch Machen — und die €1.000 Kursgebühr sind in Testinventar deutlich besser investiert.
Ein Buch oder Kurs kann Struktur geben, wenn du komplett bei Null stehst. Aber sei skeptisch bei allem, was „passives Einkommen” oder Umsatz-Screenshots verspricht. Die Screenshots zeigen Umsatz — nie die Marge.
Häufig gestellte Fragen
Wie viel Startkapital brauche ich für Amazon FBA?
Für Private Label plane €4.000–€6.000: Inventar, Versand, GS1-Nummern, Fotos und ein PPC-Budget für zwei bis drei Monate. Die Spanne reicht von €2.000 (kleines, leichtes Produkt) bis €10.000 (kompetitive Nische). Mit Retail Arbitrage startest du ab etwa €500 — gut zum Lernen, aber schlecht skalierbar.
Welche Voraussetzungen brauche ich, um Amazon FBA in Deutschland zu starten?
Pflicht sind Gewerbeanmeldung, steuerliche Erfassung beim Finanzamt und die kostenlose LUCID-Registrierung nach Verpackungsgesetz. Für Importe von außerhalb der EU kommt die EORI-Nummer dazu, für CE-pflichtige Produkte die passende Kennzeichnung. Alles zusammen kostet unter €100 — aber ohne LUCID-Nummer sperrt Amazon dein Listing.
Wofür steht die Abkürzung FBA?
FBA steht für „Fulfillment by Amazon” — auf Deutsch: Versand durch Amazon. Du lieferst deine Ware an Amazons Logistikzentren, Amazon übernimmt Lagerung, Versand, Kundenservice und Retouren. Das Gegenstück ist FBM, „Fulfillment by Merchant”, bei dem du selbst versendest.
Wie lange dauert es, Amazon FBA zu starten?
Das Verkäuferkonto samt Verifizierung dauert einige Tage bis zwei Wochen. Parallel laufen Gewerbeanmeldung und LUCID (je ein Nachmittag). Der längste Posten ist das Produkt selbst: Produktion und Seefracht aus China brauchen sechs bis acht Wochen. Realistisch liegt zwischen Entscheidung und erstem Verkauf ein Zeitraum von sechs Wochen bis drei Monaten.
Lohnt sich Amazon FBA 2026 noch?
Ja — aber nicht mehr mit dem „irgendein Produkt aus dem Katalog”-Ansatz von 2018. Die Verkäufer, die 2026 profitabel sind, rechnen ihre Marge vor der Bestellung durch, differenzieren ihr Produkt sichtbar und behandeln PPC als Kernkompetenz statt als Nebensache. Der Wettbewerb ist härter, aber die Nachfrage wächst weiter — und die meisten Konkurrenten arbeiten erstaunlich schlampig.
Kann ich Amazon FBA nebenberuflich starten?
Ja, FBA ist eines der wenigen E-Commerce-Modelle, die nebenberuflich funktionieren, weil Amazon die Logistik übernimmt. Plane 5–10 Stunden pro Woche für Produktrecherche, Lieferantenkommunikation und PPC-Pflege. Ein Gewerbe brauchst du trotzdem ab dem ersten Verkauf — und je nach Arbeitsvertrag die Info an deinen Arbeitgeber.
Dein nächster Schritt
Der Fahrplan in Kurzform:
- Gewerbe, LUCID und Verkäuferkonto sind Formalitäten — erledige sie diese Woche parallel.
- Plane €4.000–€6.000 für einen Private-Label-Start oder beginne mit Arbitrage ab €500.
- Rechne jede Produktidee mit dem Umsatzrechner durch, bevor du auch nur eine Anfrage an Lieferanten schickst.
- Spar dir den Kurs — investiere das Geld in Testinventar.
Konto einzurichten und die erste Sendung rauszuschicken ist ein Meilenstein, aber der Punkt, an dem über deine Profitabilität entschieden wird, kommt davor: bei der Produktwahl. Genau da geht es im zweiten Teil dieser Serie weiter — der Produktrecherche-Masterclass.
Und wenn du lieber zuschaust als liest: Im Video oben führe ich durch den kompletten Einstieg, Screen für Screen. Auf @AmazonFBAGirl erscheint jede Woche ein neues Walkthrough.
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