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Amazon Updates

Amazon Gebührenänderungen 2026 Deutschland — was sich ändert

Ekaterina Rubtcova 5 Min. Lesezeit

Amazon hat für 2026 die größte Kombination aus Gebührensenkungen und Aufschlägen seit Jahren angekündigt. Wer auf Amazon.de verkauft, muss seine Margen-Kalkulation neu durchrechnen — die Veränderungen wirken sich pro Produkt unterschiedlich stark aus.

Hier ist die ehrliche Bilanz: was sich konkret ändert, wann es greift, und wie es deine FBA-Kosten 2026 beeinflusst.

Was sich seit April 2026 geändert hat

1. Fuel- und Logistik-Aufschlag von 1,5 % seit 17. April 2026

Seit dem 17. April 2026 berechnet Amazon einen Aufschlag von 1,5 % auf alle FBA-Versandgebühren in den europäischen Stores: Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Polen, Schweden, Niederlande, Irland, Belgien — und im UK-Marketplace.

Was das pro Einheit bedeutet:

FBA-Versandgebühr (vorher)Aufschlag 1,5 %Effektive neue Gebühr
3,50 € (Small Standard)+0,05 €3,55 €
5,00 € (Standard)+0,08 €5,08 €
7,50 € (Large Standard)+0,11 €7,61 €
10,00 € (Oversize)+0,15 €10,15 €

Im Durchschnitt etwa 0,05 € pro Einheit zusätzlich. Klingt klein, summiert sich aber: bei 1.000 verkauften Einheiten/Monat sind das 50 €/Monat zusätzliche Kosten — ohne Gegenleistung.

2. Gebührensenkungen — durchschnittlich 0,17 € pro Einheit weniger

Gleichzeitig senkt Amazon andere FBA-Gebühren für 2026 um durchschnittlich 0,17 € pro verkaufte Einheit in Europa. Die Senkungen treffen primär:

  • Bestimmte Größenklassen im Standard-Tier
  • Schwergüter mit über 4 kg
  • Multi-Channel-Fulfillment-Aufträge (FBM mit FBA-Lager)

Per Saldo (Senkung 0,17 € minus Aufschlag 0,05 €) ergibt sich ein Netto-Vorteil von rund 0,12 € pro Einheit für die meisten Verkäufer.

Allerdings: die Senkungen sind nicht gleichmäßig verteilt. Manche Verkäufer profitieren stärker, andere zahlen pro Saldo mehr. Wer überwiegend leichte Standardgrößen verkauft, sieht oft nur den Aufschlag — die Senkung greift in seiner Größenklasse nicht.

3. Low-Price-FBA erweitert: jetzt bis 20 € Verkaufspreis

Amazon hat das Low-Price-FBA-Programm in den meisten Kategorien auf Produkte mit Verkaufspreis bis 20 € erweitert (vorher 10 €). Für diese Produkte gelten deutlich reduzierte FBA-Versandgebühren:

  • Im Schnitt 0,45 € weniger pro Einheit für jetzt neu eligibel gewordene Produkte (zwischen 10–20 € Verkaufspreis)
  • Voraussetzung: bestimmte Größenklassen, schnelldrehende Kategorien

Wer Produkte zwischen 10 und 20 € verkauft, sollte prüfen: bist du jetzt im Low-Price-FBA-Programm? Wenn ja, sind das 45 Cent zusätzliche Marge pro Einheit — bei 1.000 Einheiten/Monat 450 €/Monat.

Im Seller Central unter „Performance” → „FBA-Gebühren-Vorschau” siehst du, welche deiner Produkte jetzt eligibel sind.

Was diese Änderungen pro Produkt-Profil bedeuten

Drei typische Verkäufer-Profile und wie sie betroffen sind:

Profil A: Standardgröße-Hartware bei 30–50 €

  • FBA-Aufschlag 1,5 %: ~0,07 € mehr pro Einheit
  • Senkungen greifen oft nicht in diesem Tier
  • Per Saldo: -0,07 € pro Einheit, kleine Marge-Verschlechterung

Empfehlung: Verkaufspreise nicht erhöhen. Die 0,07 € sind klein genug, um sie über bessere PPC-Effizienz oder leicht reduzierten Wareneinkauf zu kompensieren.

Profil B: Low-Price (10–20 €) Standardgröße

  • FBA-Aufschlag 1,5 %: ~0,05 € mehr pro Einheit
  • Low-Price-FBA-Senkung: -0,45 € pro Einheit
  • Per Saldo: -0,40 € pro Einheit BESSER (also Margen-Verbesserung um 0,40 €)

Empfehlung: das ist der Sweet Spot der 2026er Änderungen. Wenn du Produkte zwischen 10 und 20 € hast, prüfe sofort, ob sie im Low-Price-FBA aktiviert sind. Marge steigt deutlich.

Profil C: Oversize-Produkte (4 kg+, Möbel, Fitness)

  • FBA-Aufschlag 1,5 %: 0,15 €+ mehr pro Einheit
  • Oversize-Senkungen: 0,30–0,80 € weniger pro Einheit
  • Per Saldo: 0,15–0,65 € pro Einheit BESSER

Empfehlung: Oversize-Verkäufer profitieren am stärksten. Margen-Vorteil direkt einrechnen, eventuell Preise leicht senken, um Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen.

Was du jetzt tun solltest

Drei konkrete Schritte für diese Woche:

  1. Lade dir den FBA-Gebühren-Bericht für April–Juni 2026 herunter im Seller Central → Berichte → FBA-Versandgebühren. Vergleiche die effektiven Gebühren mit März 2026. So siehst du in Euro, wie sich die Änderungen auf dein Konto auswirken.

  2. Prüfe Low-Price-FBA-Eligibilität für alle Produkte zwischen 10–20 €. Wenn dort Senkungen von 0,30–0,50 € pro Einheit drin sind, ist das die größte Margen-Hebel-Chance des Jahres.

  3. Aktualisiere deine Margen-Kalkulation in sellerboard oder Excel. Pro SKU die neuen FBA-Gebühren eintragen — sonst rechnest du das ganze Jahr mit den alten Werten und übersiehst Profitabilität-Verschiebungen.

Hintergrund: warum Amazon das macht

Amazon’s 2026 Fee-Änderungen folgen einer klaren Strategie:

  • Niedrigpreis-Kategorien stützen (Low-Price-FBA-Erweiterung) — gegen die Konkurrenz von Temu und Shein
  • Versandkosten von Energiekosten entkoppeln (Fuel-Aufschlag) — Schutzmaßnahme gegen langfristig steigende Logistikkosten
  • Oversize attraktiver machen — neue Kategorien wie Möbel und Fitness wachsen lassen, wo Amazon historisch schwach war

Für deutsche FBA-Verkäufer in Standard-Hartware-Kategorien sind die Änderungen per Saldo neutral bis leicht negativ. In Low-Price und Oversize sind sie klar positiv.

Was als nächstes kommt

Im Q3 und Q4 2026 sind weitere Anpassungen angekündigt — primär für Lager- und Storage-Gebühren in Hochnachfrage-Zeiträumen (Q4-Aufschläge ab Oktober 2026). Details kommen voraussichtlich Mitte Juli 2026.

Was sich am 12. August 2026 ändert, hat allerdings nichts mit Amazon-Gebühren zu tun, sondern mit der EU-Verpackungsverordnung — siehe meinen PPWR-Artikel.

Den vollständigen Kontext zu allen Amazon-Kosten und Margen findest du im Amazon FBA Kosten 2026 Deutschland-Artikel.

Wenn du Fragen zu deiner konkreten Margen-Auswirkung hast, schreib mir per Kontaktformular.

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Ekaterina Rubtcova — Amazon-Verkäuferin, Gründerin der Marke Daniks und von Daniks.AI

Ekaterina Rubtcova

Amazon-Verkäuferin seit 2018 · Gründerin der Kochgeschirr-Marke Daniks · Gründerin von Daniks.AI

Mein Daniks-Kochgeschirr ist Top-1 in Deutschland und aktuell Top-20 in den USA. Um die PPC dafür zu steuern, habe ich Daniks.AI gebaut — heute im Einsatz bei hunderten Amazon-Marken. In diesem Blog zeige ich, wie ich wirklich arbeite. Keine Kurse, keine Upsells.

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