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Getting Started

Amazon FBA starten: Kompletter Einstiegs-Leitfaden

Ekaterina Rubtcova 20 Min. Lesezeit
beginner 20 Min. Lesezeit

Was ist Amazon FBA?

Amazon FBA, oder Fulfillment by Amazon, ist ein Service, bei dem du deine Produkte an Amazons Logistikzentren sendest. Sobald dein Inventar angekommen ist, lagert Amazon es, pickt und verpackt Bestellungen, versendet sie an Kunden und übernimmt Kundenservice und Retouren in deinem Namen. Im Gegenzug zahlst du Lager- und Versandgebühren, bekommst aber Zugang zu Amazons riesigem Kundenstamm und Logistiknetzwerk.

Für viele Unternehmer ist FBA der schnellste Weg, ein echtes E-Commerce-Business aufzubauen, ohne Lagerfläche zu mieten, Packer einzustellen oder Versandtarife zu verhandeln. Deine Produkte werden für Prime-Versand berechtigt, was die Conversion Rate dramatisch steigert, weil Prime-Mitglieder bevorzugt Produkte kaufen, die in ein bis zwei Tagen ankommen.

FBA vs. FBM: Der Unterschied

Bevor du dich für FBA entscheidest, hilft es, die Alternative zu verstehen: FBM, oder Fulfillment by Merchant. Bei FBM listest du Produkte auf Amazon, übernimmst aber Lagerung, Verpackung und Versand selbst. Beide Modelle haben Vor- und Nachteile.

Wähle FBA, wenn:

  • Du willst, dass deine Produkte das Prime-Badge tragen.
  • Du bevorzugst einen Hands-off-Ansatz bei der Logistik.
  • Du verkaufst leichte, schnell drehende Produkte, bei denen Lagergebühren überschaubar bleiben.
  • Du willst, dass Amazon Kundenservice und Retouren übernimmt.

Wähle FBM, wenn:

  • Deine Produkte sind übergroß oder extrem schwer, sodass FBA-Gebühren prohibitiv werden.
  • Du hast bereits eine eigene Fulfillment-Infrastruktur oder nutzt einen 3PL-Anbieter mit besseren Tarifen.
  • Du verkaufst langsam drehende Ware, die Langzeit-Lagergebühren in Amazons Lagern ansammeln würde.
  • Du brauchst volle Kontrolle über Verpackung und das Unboxing-Erlebnis.

Viele erfolgreiche Verkäufer nutzen einen Hybrid-Ansatz — einige SKUs über FBA und andere über FBM, je nach Marge und Absatzgeschwindigkeit.

Schritt 1: Amazon-Verkäuferkonto erstellen

Gehe zu sellercentral.amazon.de (oder sellercentral.amazon.com für den US-Marktplatz) und klicke auf „Registrieren”. Du wählst zwischen zwei Kontotypen:

  • Einzelanbieter — Keine monatliche Gebühr, aber du zahlst €0,99 pro verkauftem Artikel. Geeignet, wenn du testest und weniger als 40 Einheiten pro Monat verkaufen willst.
  • Professionell — €39,00 pro Monat ohne Pro-Artikel-Gebühr. Erforderlich, wenn du PPC-Anzeigen schalten, die Buy Box gewinnen oder erweiterte Berichte nutzen willst. Die meisten ernsthaften Verkäufer starten hier.

Bei der Registrierung fragt Amazon nach deinem Firmennamen (oder persönlichem Namen bei Einzelunternehmen), einer gültigen Kreditkarte, Steuerinformationen, einer Telefonnummer zur Verifizierung und einem Bankkonto, auf das Amazon deine Auszahlungen überweist.

Halte deine Dokumente bereit. Amazons Identitätsprüfung ist in den letzten Jahren strenger geworden. Du wirst möglicherweise aufgefordert, einen amtlichen Ausweis und einen aktuellen Kontoauszug oder eine Nebenkostenabrechnung zur Adressbestätigung einzureichen. Reagiere schnell auf Verifizierungsanfragen, um Verzögerungen zu vermeiden.

Schritt 2: Die Gebührenstruktur verstehen

Amazon-FBA-Gebühren fallen in mehrere Kategorien, und sie frühzeitig zu verstehen verhindert Margen-Überraschungen.

Vermittlungsgebühren (Referral Fees) sind ein Prozentsatz des Verkaufspreises, den Amazon bei jeder Transaktion berechnet — unabhängig davon, ob du FBA oder FBM nutzt. Die meisten Kategorien berechnen 15 %, einige wie Computer nur 8 %, andere bis zu 45 %.

Versandgebühren (Fulfillment Fees) decken Picking, Packing und Versand ab. Sie basieren auf Größe und Gewicht des Artikels. Ein Standardartikel unter 500 g kostet auf Amazon.de etwa €3,00–€4,00 für den Versand. Schwerere und größere Artikel kosten progressiv mehr.

Monatliche Lagergebühren werden pro Kubikmeter Lagerfläche berechnet. Standardtarife liegen bei etwa €26 pro Kubikmeter von Januar bis September und steigen auf €36+ pro Kubikmeter von Oktober bis Dezember, wenn Lagerfläche knapp ist.

Langzeitlager-Zuschläge gelten für Einheiten, die länger als 181 Tage im Fulfillment Center liegen. Der Zuschlag steigt, je länger das Inventar unverkauft bleibt. Deshalb ist Absatzgeschwindigkeit wichtig — langsame Dreher fressen still deine Gewinne.

Nutze Amazons Umsatzrechner (verfügbar in Seller Central), um Gebühren für jede ASIN abzuschätzen, bevor du dich für ein Produkt entscheidest.

Schritt 3: Geschäftsmodell wählen

Es gibt verschiedene Wege, Produkte für Amazon FBA zu beschaffen. Die richtige Wahl hängt von deinem Budget, deiner Risikobereitschaft und deinen langfristigen Zielen ab.

Private Label ist das beliebteste Modell unter Vollzeit-Verkäufern. Du findest ein generisches Produkt, fügst dein eigenes Branding hinzu und erstellst ein eigenes Listing. Das gibt dir Kontrolle über die Preisgestaltung und die Möglichkeit, eine erkennbare Marke aufzubauen. Die Startkosten liegen typischerweise bei €2.000–€10.000 für Erstinventar, Verpackungsdesign und ein kleines Werbebudget.

Wholesale (Großhandel) bedeutet, Markenprodukte in großen Mengen mit Rabatt von Herstellern oder Distributoren zu kaufen und auf bestehenden Amazon-Listings weiterzuverkaufen. Die Margen sind dünner, aber das Modell ist weniger riskant, weil du Produkte mit bewiesener Nachfrage verkaufst.

Retail Arbitrage und Online Arbitrage bedeuten, reduzierte Produkte im Einzelhandel oder in Online-Shops zu kaufen und auf Amazon mit Aufschlag weiterzuverkaufen. Ein guter Weg, die Plattform mit minimalem Startkapital kennenzulernen, auch wenn das Modell nicht so leicht skaliert wie Private Label oder Wholesale.

Schritt 4: Dein erstes Listing erstellen

Sobald dein Konto aktiv ist und du Inventar zum Einlagern bereit hast, erstelle dein Produktlisting. Bei Private-Label-Produkten erstellst du ein neues Listing von Grund auf. Bei Wholesale oder Arbitrage fügst du dein Angebot zu einer bestehenden ASIN hinzu.

Für neue Listings investiere Zeit in diese Elemente:

  • Titel — Integriere dein Hauptkeyword natürlich. Amazon erlaubt in den meisten Kategorien bis zu 200 Zeichen.
  • Bullet Points — Hebe die wichtigsten Features und Vorteile hervor. Denke darüber nach, was deinem Kunden am meisten wichtig ist.
  • Beschreibung oder A+ Content — Wenn du in der Brand Registry bist, nutze A+ Content für Rich Images und formatierten Text.
  • Bilder — Nutze ein Hauptbild mit weißem Hintergrund, das Amazons Anforderungen erfüllt. Füge Lifestyle-Bilder, Infografiken und Nahaufnahmen hinzu. Sieben Bilder sind optimal.
  • Backend-Keywords — Fülle das Suchbegriffe-Feld mit relevanten Keywords, die noch nicht in deinem Titel oder deinen Bullet Points stehen.

Schritt 5: Inventar an Amazon senden

Erstelle in Seller Central einen Versandplan, indem du die Produkte und Mengen auswählst, die du senden willst. Amazon weist dein Inventar einem oder mehreren Fulfillment Centern zu. Befolge die Etikettierungs- und Verpackungsrichtlinien sorgfältig — falsch etikettierte Sendungen können zu Verzögerungen oder Zusatzgebühren führen.

Du kannst über Amazons Partner-Carrier-Programm versenden, das vergünstigte Tarife bietet, oder deinen eigenen Spediteur nutzen. Für deine erste Sendung ist die Partner-Carrier-Option meist der einfachste und kostengünstigste Weg.

Was als Nächstes kommt

Dein Konto einzurichten und die erste Sendung rauszuschicken ist ein Meilenstein, aber nur der Anfang. Im nächsten Tutorial dieser Serie tauchen wir tief in die Produktrecherche ein — wie du Produkte mit starker Nachfrage, überschaubarem Wettbewerb und gesunden Margen findest. Diese Recherchephase ist der Punkt, an dem der Großteil deiner langfristigen Profitabilität entschieden wird.

Fang klein an, lerne das System, und reinvestiere deine Gewinne. Die Verkäufer, die 2026 auf Amazon erfolgreich sind, sind diejenigen, die es von Tag eins als echtes Business behandeln.

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Ekaterina Rubtcova — Amazon-Verkäuferin, Gründerin der Marke Daniks und von Daniks.AI

Ekaterina Rubtcova

Amazon-Verkäuferin seit 2018 · Gründerin der Kochgeschirr-Marke Daniks · Gründerin von Daniks.AI

Mein Daniks-Kochgeschirr ist Top-1 in Deutschland und aktuell Top-20 in den USA. Um die PPC dafür zu steuern, habe ich Daniks.AI gebaut — heute im Einsatz bei hunderten Amazon-Marken. In diesem Blog zeige ich, wie ich wirklich arbeite. Keine Kurse, keine Upsells.

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